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25. April 2006

Interview mit Detlef Klose

Interview mit Detlef Klose, Teamleiter der Sozialagentur im Landkreis Northeim, die mit der Jugendwerkstatt Steimke zusammen arbeitet

Seit ihrer Gründung hat die Jugendwerkstatt Steimke mit dem Arbeitsamt und dem Sozialamt zusammengearbeitet. Inzwischen heißt das Arbeitsamt allerdings »Agentur für Arbeit« - und dann gibt es, seitdem Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum 1. Januar 2005, zusammen gelegt worden sind, noch die »Sozialagentur im Landkreis Northeim«. In der Außenstelle der Sozialagentur in der Stadt Uslar, die rund 16.000 Einwohner hat, ist Detlef Klose Teamleiter. »Wir legen unser Hauptaugenmerk auf die Förderung der Jugendlichen«, sagt Klose, »und dabei brauchen wir verlässliche Partner«. Wir haben mit dem Teamleiter darüber gesprochen, was die Sozialagentur für arbeitslose Jugendliche tun kann.

Jugendwerkstatt Steimke:
Herr Klose, für wie viele Personen in und um Uslar ist die Sozialagentur zuständig?

Sozialagentur im Landkreis Northeim

Das ist eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE), die der Landkreis Northeim und die Agentur für Arbeit Göttingen gegründet haben, um darin die Aufgaben der Grundsicherung für Langzeitarbeitslose im Kreisgebiet gemeinsam wahrzunehmen. Rund 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuten den Kundenkreis nach dem Zweiten Buch des Sozialgesetzbuches (SGB II). Dazu gehörten im Juni vergangenen Jahres 6.260 Bedarfsgemeinschaften mit 11.615 Leistungsempfängern. 8.471 bezogen Arbeitslosengeld II und 3.144 Sozialgeld.

Die Sozialagentur hat ihren Sitz in Northeim in den bisherigen Räumen der Arbeitsagentur am Scharnhorstplatz, Außenstellen betreibt sie in Bad Gandersheim, Einbeck und in Uslar.


Detlef Klose: Die Sozialagentur Uslar ist für etwa 1.000 so genannte Bedarfsgemeinschaften zuständig, die Arbeitslosengeld II beziehen. In einer Bedarfsgemeinschaft leben im Durchschnitt zwei Personen, wir betreuen also rund 2.000 Menschen in Uslar und Umgebung. Die hohe Arbeitslosigkeit ist eine der Hauptursachen für die Hilfebedürftigkeit der Menschen. Die Arbeitslosenquote im Raum Uslar liegt seit Jahren um die 15 Prozent. Aber nicht nur Arbeitslose sind unsere Kunden sondern auch Beschäftigte, die hilfebedürftig sind, weil ihr Einkommen nicht ausreicht um den Lebensunterhalt zu sichern.


Für unsere Kunden zahlen wir nicht nur die Lohnersatzleistung Arbeitslosengeld II, wir sind auch verantwortlich für Beratung, Vermittlung und Förderung. 1.028 Personen sind bei uns als arbeitssuchend gemeldet, davon sind 232 junge Menschen unter 25 Jahren. Davon sind allerdings lediglich 98 arbeitslos - 134 sind aktiviert, wie wir sagen, das heißt: Sie besuchen eine Schule, sind in Ausbildung, Arbeit oder nehmen Fördermaßnahmen wahr. Für die anderen versuchen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Markt und Integration Lösungen zu finden. Durch die Arbeitsvermittlung und wenn notwendig Förderung sollen dauerhafte Integrationen am ersten Arbeitsmarkt erreicht werden und die Hilfebedürftigkeit enden. Das gilt natürlich für alle, die arbeitsfähig sind - unser besonderes Augenmerk liegt aber auf der Personengruppe der Jugendlichen.

Was können Sie für die Jugendlichen tun?


Klose: Zunächst einmal haben wir einen sehr guten Betreuungsschlüssel, das heißt: Um jeweils 75 junge Leute kümmert sich ein Betreuer, der persönlicher Ansprechpartner für die Jugendlichen ist - und übrigens oft auch ein bisschen so etwas wie Sozialarbeit leistet. Der Betreuer soll Sorge tragen, dass jeder der Antragsteller auch ein Angebot bekommt, um berufliche Integration zu erreichen - durch Arbeit, Ausbildung oder eine Fördermaßnahme. Und bei den Fördermaßnahmen gibt es ein breites Angebot. Denn nur etwa 25 Prozent unserer Kunden sind sofort oder unproblematisch vermittelbar, die anderen brauchen Hilfen, die möglichst passgenau zugeschnitten sind.

Welche Fördermaßnahmen gibt es?


Klose: Es gibt Trainingsmaßnahmen zur Verbesserung der Vermittlungsaussichten, die von verschiedenen Trägern und auch von der Jugendwerkstatt Steimke angeboten werden. Die Dauer der Maßnahmen wird dem Inhalt und der Zielgruppe angepasst, auf der Steimke umfassen die Aktivierungsmaßnahmen acht Wochen theoretischen Unterricht und vier Wochen Betriebspraktikum. Bei den Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen arbeiten wir eng mit der Agentur für Arbeit zusammen. Natürlich bieten wir für Bewerber mit Berufsabschluss auch Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung an. Unsere Bewerber erhalten Bewerbungs- und Mobilitätshilfen und ist Selbständigkeit die Lösung, können wir auch diese fördern.

Wie sieht es aus mit Ein-Euro-Jobs?


Klose: Also, der Begriff gefällt mir nicht, er ist irreführend, da ja nicht ein Euro pro Stunde bezahlt wird, sondern letztlich mehr. »Arbeitsgelegenheiten«, so heißt das korrekt, und da bietet die Steimke seit Jahren die Maßnahme »Arbeit Qualifizierung Sofort«, kurz AQS, an. 15 AQS-Plätze gibt es in der Jugendwerkstatt, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchlaufen während eines halben Jahres verschiedene Komponenten, es gibt Unterricht aber auch einen berufspraktischen Teil. Auch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, ABM, werden in der Jugendwerkstatt Steimke angeboten, hier steht die Beschäftigung im Vordergrund.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit der Jugendwerkstatt Steimke aus?

Klose: Für uns ist es wichtig, dass wir Partner haben, mit denen wir verlässlich zusammenarbeiten können. Da haben wir in der Region einige gute Träger, einer davon ist die Jugendwerkstatt Steimke, mit der es eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit gibt, die im Laufe der Jahre gewachsen ist. Ich gehe davon aus, dass wir mit der Jugendwerkstatt Steimke noch verschiedene Projekte zum Wohle unserer jüngeren Kunden realisieren werden.

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